"Eingang, Eintritt"

2005

In meiner künstlerischen Arbeit greife ich oft zur Symbolik des Januskopfes um dann soziale und kulturelle Entitäten aus denen Gesellschaften aufgebaut und konstruiert sind zu thematisieren.
Über den „Eintritt“ in ein neues Jahr wachte der römische Gott Janus, der Schutzherr von Tür und Tor. Janus hat zwei Gesichter, von denen das eine in die Vergangenheit blickt, das andere in die Zukunft.

Die Tür, der Eingang assoziiert man auch mit dem Gegensatz davon, nämlich mit Grenzen. Wenn die Grenzen konstruiert sind, dann ist das Experiment zu ethnischer und kultureller Vielfalt zum Scheitern verurteilt.
Ethnische Konflikte, Fundamentalismen und gesellschaftliche Spaltungen sind nur dann vermeidbar, wenn man gesellschaftliche Teilhabe nicht verwehrt.
Mit meiner Arbeit möchte ich ein Einblick in die gesellschaftliche Tendenzen ermöglichen, ohne zu beschönigen und in der Ausdrucksform der performativen Installation zu thematisieren.
Das Problem ist die Angst vor Veränderung, die eine Mauer und Grenzen aufbaut, und somit den Horizont der Menschen eng macht, und die Öffnung und Offenheit verunmöglicht.
Angesichts der weltweit durch die Medien angeheizten primitiven Verunsicherung über die komplexen Zusammenhänge des „Vertrauten“ und des „Fremden“, sollte man den Blick wie der Janus gleichzeitig in die Vergangenheit und die Zukunft , um eine verzerrte irrationale Fantasie über die Zukunft zu vermeiden.